
Kapitel 1
Die Geburt dieses Buches und wie das Herz hören kann
Dieses Buch basiert sowohl auf meinen Erlebnissen und Erfahrungen während der Sacred Journey-Reisen zu Kraftorten weltweit, als auch auf den Weisheiten der indigenen Ältesten, die sie mit mir und den Gruppen geteilt haben. In den letzten fünfzehn Jahren umarmte ich das Geschenk mit vielen Ältesten und Hütern der Weisheit und überlieferte Tradition zusammen zu sein. Sie waren von unterschiedlichen Ahnenlinien, z.B. Maya, Hopi, Hawaiianer, Maori, Rapa-Nui, Polynesier, Waitaha, Aymara, Qeros und von anderen Kulturen. Häufig wurde ich in ihren Familienklan eingeladen und als Mitglied aufgenommen. Ich war oft wie ein Kind am Haus, lebte in ihren Hütten und konnte von und mit ihnen viel lernen und verstehen.
Seit meiner Kindheit wusste ich Bescheid, dass die kommende Zeit von großer Wichtigkeit für die Erde sein sollte. Tief im Innern war ich mir dessen immer bewusst und, dass ich deswegen einen Auftrag auf der Erde zu erfüllen hatte. Also war klar, dass ich schon als Teenager an Büchern über vergangene, weit entfernte Kulturen interessiert war. Ich las viel über Außerirdische, Tempelausgrabungen, archäologische Stätten und Zeremonienplätze, über das menschliche Bewusstsein und das „Warum und Wie“ der Dinge.
Die Bücher von Thor Heyerdahl, Erich von Däniken und den Lamas aus Tibet las ich hunderte Male, immer wieder aufs Neue. In seinem kleinen Büchlein beschreibt Thor Heyerdahl, wie er mit zwanzig aussteigt und sich eine norwegische Frau sucht. Sie sollte mit ihm auf eine Insel in der Südsee kommen. Er beschreibt, wie er sich auf die Reise begibt, um auf der Insel Hiva Oa zu (über)leben. Hiva Oa ist eine isolierte Insel, der ebenso völlig isolierten Marquesas Inselgruppe im Südpazifik. Dieses Büchlein hatte ich zwanzig Jahre lang immer dabei und besitze es noch immer!
Die Bücher von James Churchward über Mu und Polynesien und das berühmte Buch von Baird T. Spalding „Leben und Lehren der Meister im Fernen Osten“ waren auch meine absoluten Lieblinge! Ich lebte in meiner jugendlichen Visionswelt abwechselnd in Peru und Tibet, wo ich mit uralten Vorfahren verschmelzen konnte, die dort in heiligen, verborgenen Tälern lebten. Sie zeigten mir viel über den Kontinent Mu, die Mysterien, die uralten Symbole und den Sinn des Lebens auf der Erde.
Erst viel später fing ich an, meine Lebensaufträge zu verstehen. Sie hatten irgendwie immer mit dem Ende des 26.000 Jahre-Zyklus und der Geburt des neuen Bewusstseins zu tun. Laut verschiedener ethnischer Völker sollte das Zeitfenster dieser Neugeburt zwischen 2007 und 2015 sein, oder im weiteren Sinne zwischen 1994 und 2030. Dieser neue Zyklus würde weiblich und damit auf die rechte Gehirnhälfte orientiert sein.
Zwei Lebensaufträge werden erteilt
1999 sollte ein spannendes Jahr für mich werden. Spirit* führte mich aus Europa fort, wo im August eine starke Sonnenfinsternis stattfinden sollte. Ich durfte nicht anwesend sein; weshalb nicht, habe ich nie richtig verstanden, aber die Strahlung war nicht für mich. Während meine Freunde in Europa voller Spannung auf diese Sonnenfinsternis warteten, wanderte ich hoch auf den Schneeberg Mount Shasta, ein sehr kraftvoller Vulkanberg in Nordkalifornien. Man sagt, dass viele aufgestiegene Meister im Inneren dieses Berges leben, was ich nur bestätigen kann. Während ich den ganzen Tag oben auf dem heiligen Berg war, um Weihrauch einzusammeln, bekam ich von meinen spirituellen Begleitern das vollständige Konzept für „Die Indigo-Phänomen Bücher“ übermittelt. Die Bücher, die folgen sollten, wurden also in der Präsenz der aufgestiegenen Meister des Mount Shasta geboren.
Sofort nach der Reise begegnete ich Drunvalo Melchizedek, auf der Millenium-Konferenz in Paris. Ich kannte seine Bücher, aber ich hatte ihn noch nie live gesprochen. Er erzählte viele spannende Geschichten und zwischendurch erwähnte er gegenüber den mehr als 1500 Teilnehmern, dass es einen freien Platz gäbe auf einer Reise, die er unbedingt machen musste, weil die Delfine ihn darum gebeten hatten. So etwas! Ich wusste glasklar, das ist für mich, das ist mein Platz. Ich frage mich heute noch, ob die anderen Teilnehmer das überhaupt gehört hatten.
Einige Monate später begegneten wir uns in Miami. Drunvalo, seine Frau Claudette, einige ihrer Kinder und eine Gruppe von Freunden gingen mit, um zur Insel Bimini in der Karibik zu fliegen, um dort mit Delfinen zu schwimmen. Ich erzähle später etwas mehr über diese beiden Erlebnisse. Auf dieser Millenium-Konferenz in Paris war auch ein lieber Maya Älteste anwesend. Sein Name war Don Pedro Pablo Chuc und er sollte bald mein liebster Maya-Freund werden. Seine Familie umarmte mich wie eine Freundin und ich war viele Male als Gast in seinem Haus in Yucatan, Mexiko. Zusammen gründeten wir in 2004 die Maya-Akademie “KA’ APÚUT KUXTAL” – „Academia de la Lengua y Cultura Maya“, wofür ich Land kaufte und mit Hilfe von meinen Gruppen das Gebäude spendete. Es wurde langsam klar, dass die „Sacred Journeys-Reisen“ mit Gruppen Auftrag Nummer zwei sein sollte. Das Wissen aus Drunvalo‘s Büchern und das Gefühl im „Sacred Space of the Heart” sein zu können (was wir in Paris mit ihm zum ersten Mal live erleben durften) war wichtig für das, was in den folgenden dreizehn Jahren durch mich geschehen konnte.
Die Lehren der Maya
Die Lehren der Maya und anderer indigener Stämme fingen damals an, meine Erinnerung zu aktivieren. Ich war seit 1991 als Vollzeit-Therapeutin, Lehrerin und Beraterin in München tätig und viel mit der globalen Lichtkörper-Aktivierung und der Aura Soma-Farbtherapie beschäftigt. Seit der Pariser 2000-Konferenz übte ich mich darin, im Herz zu leben, “to be in the tiny sacred spot of the heart” wie Drunvalo es nannte, aber das Leben forderte immer wieder, dass ich durch alte Schmerzen ging, um sie endlich zu heilen. So ging es manchmal zu wie beim Achterbahnfahren. Im Jahr 2002 bekam ich von Drunvalo eine Einladung, mit einer Gruppe von sehr lieben und spirituellen Menschen zu bestimmten Kraftorten in den USA zu reisen. Er wusste, dass es ein längerer Auftrag sein würde (2009 fand die letzte Gruppenreise statt). Alle Kraftorte würden an uralten, heiligen geomantischen Kreuzpunkten liegen und der Auftrag wurde erst während der Reise bekannt gemacht. Es hatte mit bestimmten Gitternetzen, interdimensionalen Portalen und irdischen Kraftlinien zu tun, die Aktivierung und Heilung brauchten.
Ich war jahrelang Teil dieser Gruppe, aber nahm nur teil, wenn mir innerlich gezeigt wurde, dass ich teilnehmen sollte (so ging ich nicht mit nach Peru und Guatemala). Manchmal musste ich von woanders parallel mit seiner Gruppe arbeiten. Zwischendurch ging ich auch alleine zu Kraftorten oder bestimmten heiligen Orten. Manchmal kam jemand dazu, um mich zu begleiten oder zu unterstützen. Jedesmal war es jemand, der intuitiv wusste, um welche geistigen Heilungsaufträge es sich handelte. Er oder sie wusste intuitiv, dass er/sie Teil jenes Heilungsprozesses war.
Ab dem Jahr 2002 reiste ich regelmäßig mit eigenen europäischen oder internationalen Gruppen zu Kraftorten, zu denen wir gerufen wurden, um in bestimmten Zeremonien „Positives“ zu bewirken – zu harmonisieren, zu heilen oder zu aktivieren. Meist begleiteten uns lokale Älteste, da sie im Voraus von unserer Ankunft wussten. Sie trugen seit ewigen Zeiten die geforderten Handlungen und Gesänge in ihrer Zellerinnerung. Oft diente ich als Katalysator, damit sie an das Wissen und die göttliche Weisheit kamen, um die Zeremonien durchführen zu können. Es war eine Ehre für mich, da ich oft dazu geneigt war, andere als besser und intelligenter anzusehen. Wenn Menschen in Gruppen zusammentreffen, bewirken sie, dass die Energie sich überdurchschnittlich verstärkt und das wird benötigt, um etwas erreichen zu können.
Mein erstes Pyramiden-Erlebnis
Im Jahr 1973 war ich mit einem Freund und befreundeten Pärchen monatelang in Texas und Mexiko unterwegs. Was mir damals, auf einer riesengroßen Pyramide in Mexiko passierte, konnte mir später gut helfen, die Wichtigkeit der Verbindung mit Mutter Erde und die Aktivierung von tausenden Pyramiden und Tempeln zu verstehen. Als wir durch Mexiko fuhren, wurden wir plötzlich nach Tiotihuacan geführt, um dort Ungeahntes zu erleben. Tiotihuacan liegt fünfzig Kilometer von Mexico City entfernt und ist eine der größten Pyramidenplätze auf Erden. Die Bauten stammen aus der prä-kolumbianischen Zeit. Es gibt eine riesengroße Sonnenpyramide und eine kleinere Mondpyramide. Alle Pyramiden, Tempel und Mauern in diesem Komplex sind in heiliger geometrischer Anordnung gebaut, ausgerichtet auf das Planetensystem aber vor allem auf Venus. Und das haben sie vor tausenden Jahren gebaut. Ich war damals tagelang in Tiotihuacan: wir gingen die Pyramiden hinauf und hinunter, und ich bekam in rasender Geschwindigkeit einen geistigen „Download“ von den seit der Urzeit dort verborgenen Wesen. Ich wusste damals gar nicht, was ich damit machen sollte. Vieles konnte ich nicht in meinem Gehirn festhalten. Es war zu viel und ich war noch nicht so weit. Das Meiste war dann nach einigen Wochen wieder vergessen. Ich wusste jedoch, dass ich es auf einer höheren Ebene vollkommen verstanden hatte und dass meine Seele Bescheid wusste. So ging es wieder aus meiner Erinnerung heraus und ich machte in Ruhe mit meinem Modedesignerleben in Europa weiter. Ich hatte verstanden, dass es nicht wichtig war, zu diesem Zeitpunkt mehr darüber zu erfahren; es wurde für später aufgehoben. Da ich noch nicht so weit war, mein Leben erneut spirituell auszurichten (ich hatte als junger Teenager, mit dreizehn, bewusst zugemacht), vergaß ich das Erlebte einfach. Es kam wieder hoch, als klar wurde, dass wir am Ende des großen Zyklus kamen und wahrhaftig in die Zeit der Weltveränderungen wechselten. Die Menschheit stand vor dem großen Tor einer Neugeburt in eine andere Welt.
Wunder, die sich auf Reisen offenbaren
Sehr oft werde ich gefragt, ob ich über die verschiedenen Reisen und Länder meine Erfahrungen schreiben kann. Vor allem über die Zeit zwischen 2006 und 2010, als ich auf der Osterinsel mitten im Südpazifik lebte. Das war für die Meisten richtig spannend. „Bitte schreibe einen Artikel oder sende uns deine Newsletter“. Ich habe Vieles aufgezeichnet und seit 2006 gespürt, dass es ein Buch sein musste, hatte jedoch das Gefühl, die Zeit wäre noch nicht reif und ich müsse warten.
Als ich schließlich Mitte 2008 anfing, legte mir Spirit Steine in den Weg. Ich hörte oft „Lege es beiseite, jetzt steht dies oder das an“, oder „sei im Jetzt, lebe!“. Wieder ging Zeit vorbei, bis ich wieder an die Stelle kam, an der es hieß „jetzt weiterschreiben“. Seit der Zeremonie in Mayapan, Yucatan, am 21. Dezember 2012, und vor allem nach der Schließung eines Zeitfensters vom 12.12.2012 bis 21.03.2013 bekam ich wieder grünes Licht. „Jetzt ist die richtige Zeit, der richtige Ort, die richtige Energie. Die Geschichten sollen jetzt erneut in eine Reihe gebracht werden um viele zu erreichen“, aber es sollte nochmals anders kommen. Ab dem Frühling wurde das Jahr 2013 für mich ein Jahr der Anpassungen, der Kalibrierung, des Übergangs. Der Prozess war richtig intensiv und Fertigschreiben war einige Monate lang nicht angesagt, bis die Energien sich weltweit und in mir geklärt hatten.
Wir sind als Menschheit gemeinsam in rasendem Tempo auf dem Weg, als Kollektiv aufzuwachen. Wir können diesen Schritt in einem kollektiven Bewusstseinssprung nur machen, wenn wir es miteinander machen. Wir, die Westlichen und sie, die indigenen Naturvölker, müssen den Weg zueinander finden, und zwar auf allen Ebenen. Jeder von uns ist Hüter bestimmter Weisheiten und bestimmten Wissens und nur im Miteinander können wir durch das goldene Tor der Zukunft schreiten. Wenn wir anfangen, einander auf tiefster Ebene mit offenen Herzen zu umarmen, winkt uns ein Leben in Fülle, Freude, Liebe und Ruhe. Und der Aufstieg, der Bewusstseinssprung, geschieht dann einfach.
Ich erzähle später mehr über die Wichtigkeit dieser Verschmelzung und wie ich mich jahrelang darum bemüht habe, Indigos und indigene Älteste zusammenzubringen. Meiner Meinung nach, sprechen sie die gleiche Sprache, die Sprache des Herzens. Sie verstehen sich über die Schwingungen der Herzensebene, auch ohne Worte. Zu sehen, wie sie aufblühen, wenn sie Zeit miteinander verbringen, ist ein Geschenk des Himmels. In Kapitel fünf, in der Geschichte der „Re-Union Germany 2004“, kannst Du mehr darüber lesen.
Über Carolina
Um dieses Buch besser verstehen zu können, möchte ich Dir noch ein wenig über mich erzählen. Als Kind war ich sehr feinfühlig und hellhörig. Es war eine schöne Zeit mit den Tieren in der Natur, aber mit den Menschen, in der Schule und mit anderen Kindern war es oft weniger schön. Ich glaubte immer daran, dass es überall im Universum Leben gibt, dass die Bäume und die Steine Seelen haben und man Tiere nicht essen sollte. Ich hatte Millionen von Fragen über das Leben, den Tod, die Planeten und Sterne und wieso wir eigentlich hier auf der Erde sind. In meiner Umgebung waren sie daran einfach nicht interessiert. Ab dreizehn versteckte ich mich hinter einer dicken Fassade und wurde mit zwanzig eine ziemlich erfolgreiche Modedesignerin in Paris, Barcelona, Amsterdam und später in München. Als Jetsetterin lebte ich mit Freude, reiste viel und konnte das Leben richtig genießen.
Obwohl mir jahrelang mediale Menschen über den Weg liefen, gab ich nie nach. Ich wollte nicht aus den um mich herum aufgebauten Mauern herauskommen. Dann kam der peruanische Schamane Don Eduardo de Calderon Mitte der achtziger Jahre in mein Leben. Er kam jeden Sommer nach Europa, um vier Monate lang typisch peruanische Mesa-Heilzeremonien durchzuführen. Ich sprach gut Spanisch, die Zeit war richtig und ich war jetzt reif dafür, mich erneut zu öffnen. Ich durfte ihn regelmäßig als zweiter Assistent unterstützen. So lernte ich den Umgang mit der Lichtwelt, genauso wie mit der Dunkelheit. Er zeigte mir, wie die Schamanen in Peru damit umgehen. Er hatte nie Angst. Er wusste aus Überlieferungen, wie er mit den feinstofflichen Welten umgehen musste, um Heilerfolge zu erzielen und er wollte mir das bewusst weitergeben.
Dieses Wissen hat mir später, als ich anfing, meine Farbtherapie-Ausbildungen und Lichtarbeiter-Trainings zu geben, viel geholfen. Bei den Teilnehmern kam Fremdbesetzung häufig vor und da ich durch die Arbeit mit Don Eduardo gut geschult und stark war, konnte oft Heilung erfolgen. Leider verließ Don Eduardo uns im Jahr 1992, um in die nächste Welt zu wechseln. Durch seine anstrengende Arbeit als Südseefischer und als Hauptschamane seines Dorfes, war sein physischer Körper ziemlich schwach geworden. Seit dem Tod besucht er mich regelmäßig in meinen Meditationen und Heilungen. Er hat im speziellen Lichtraum in meinem Herzen einen festen Platz.
In den Jahren 1999 und 2000 schrieb ich meine beiden ersten „Das Indigo Phänomen-Bücher“, über und für Indigokinder. Die Indigos sind wichtige Puzzlestückchen für die Wandlung des menschlichen Bewusstseins. Sie brachten der Welt das neue Konzept-Denken und das rechtshemisphärische Fühlen-Denken. Sie zeigen uns, wie wir festgefahrenes Verhalten und Regeln über Bord werfen sollten, wie wir wieder beginnen könnten, mit dem Herzen zu sehen, zu spüren, zu fühlen, zu hören und zu denken. Es lief eine richtige Revolution, die von innen heraus stattfand. Irgendwann hatte jeder ein oder zwei dieser Kinder in der Famile, und es ging in unserer Welt heftig zu. Schulen, Ärzte, Beamte und Eltern waren oft ratlos. Das Einweihen und Helfen der Erwachsenen, um diese anders gepolte Indigowelt zu verstehen, wurde meine Hauptaufgabe, neben den Sacred Journey-Reisen zu Kraftorten. Im Jahr 2010 überließ ich die erste Aufgabe der jungen Indigo-Generation.
Man könnte sagen – im Zusammenbringen von Extremen wie Blanken und Indigenen, Indigos und altstrukturierten Menschen, polynesischen Kulturstämmen und westlichem Denken, konservativem Denken und Wissen um das universelle Leben – darin erkannte ich meine Lebensaufgabe in allen Lebensabschnitten immer wieder.
Warum sind die Reisen zu Kraftorten wichtig?
Wir sind eine Menschheit mit einer jahrtausende alten Geschichte und könnten uns zum Spaß sagen: „He Du, das Buch aus dem zweiten Jahrhundert, das habe ich damals geschrieben“. Könnte ja sein, wenn man an Wiedergeburt glaubt. „Also, dann haben wir früher wohl auch die Pyramiden gebaut, die welweit verstreuten Tempelplätze angelegt, wir haben von den Meridian-Kraftlinien und den heiligen Geometrien gewusst“. Könnte ja sein, ist wahrscheinlich so. Gehen wir einfach einmal davon aus, dass wir hier und jetzt leben. In uralten Zeiten gab es Wesen und Hilfe von außerhalb, die diese kraftvollen Gebäude bauten. Alle Bauten wurden, wie die Archäologen und Wissenschaftler allmählich entdeck(t)en, auf Sternen- und Planetenkonstellationen ausgerichtet und zwar so präzise, dass seit Jahrzehnten alle immer wieder staunen.
Zeremonien & Rituale
Um zu begreifen, warum es für uns wichtig ist, weltweit uralte, heilige Tempelstätten zu besuchen, damit sie erneut aktiviert werden, möchte ich an dieser Stelle etwas über Zeremonien im Allgemeinen sagen. Was sind eigentlich Zeremonien und Rituale? In der alten Zeit bedeutete die Zeremonie weit mehr als heute. Es war ein ganzheitlicher Akt, sich mit allen Elementen, Vater Sonne, Mutter Erde, dem Universum und mit allen Schwestern von Mutter Erde (den Planeten) zu verbinden, um mit ihnen eins zu sein. Ich glaube nicht, dass wir heute ahnen, wie tiefgehend das in der Urzeit gemeint war und was damit auf irdischer Ebene bewirkt wurde. Alles ist eins, auch wir sind eins und miteinander verbunden. Wenn man versteht, wie man mit „Allem was ist“ kommunizieren kann, wird sich das, worauf der Fokus gerichtet ist, vollziehen. Zeremonien waren dazu da, um sich über das Herz mit dem Kern von allem, sprich „Gott im Himmel“ zu verbinden. Das geschah immer von Herz zu Herz, als fühlende Wesen, egal ob wir Mensch, Tier, Blüte, Stein oder Planet waren. Aus den uralten Kulturen, wie z.B. dem Buddhismus, Hinduismus oder Sufismus wissen wir, dass sich in Wirklichkeit alles im Inneren abspielt.
Die Außenwelt ist nur Spiegel dessen, was sich in der inneren Welt abspielt. Alles ist in uns enthalten, das vollkommene Hologramm des Lebens. Die Verbindung, die wir meditativ in Zeremonien herstellen, ist in erster Linie mit uns selbst, mit dem eigenen Höheren Selbst. Wir verbinden uns mit der Seelenfamilie, die uns, während wir hier auf der Erde leben, unterstützt. Die Zeremonien helfen Portale, blockierte Energiebahnen, verstopfte Strahlungen, kaputte Gitternetze und weitere Lichtmatrixe zu heilen. Sie werden aktiviert oder von Blockaden befreit. Eine unglaubliche Zahl an Kraftorten wurde von verschiedenen Völkern, wie u.a. den Inka oder den Christen zerstört, damit die Lichtstrahlen, an denen sich die Menschheit orientierte, um gesund, frei und gut ernährt zu sein, nicht mehr ihr Licht senden konnten. Das hatte immer mit Macht, Manipulation, Besitzgier und Ego zu tun. Eine Zeremonie ausüben, bedeutet für den teilnehmenden Menschen daher immer, dass er sich nach innen kehrt, um aus dem Herzen heraus zu schauen, um aus dem Herzen heraus zu fühlen und aus dem Herzen heraus zu handeln. In der Zeremonie verbindet er sich zuerst mit dem Herzen von Mutter Erde. Sie potentialisiert die Verbindung zu „Allem was ist“. Rituale sind bestimmte Handlungen innerhalb der Zeremonien. Wenn wir an Zeremonien teilnehmen werden immer Mutter Erde, Vater Sonne, die Elemente und das Leben selbst geehrt. Jedesmal bringt es uns und Mutter Erde näher an einen Punkt der Vollkommenheit, auch wenn das langsam geht. Diese Kraft spüren wir körperlich, vor allem im Herzen, und sie ist die Urkraft des Lebens selbst. Auf persönlicher Ebene kann jeder Teilnehmer große, lebenswichtige Einsichten empfangen. In den Zeremonien erleben wir z.B. „das wäre das wahre Leben“, „das erkenne ich“, „daran erinnere ich mich“ und wundern uns, weshalb wir es überhaupt vergessen hatten.
Die Verschmelzung mit dem Herzen von Mutter Erde ist essentiell, ist sie doch letzten Endes unsere Mutter. Wir laufen auf ihrer Haut, sie ernährt uns, wir sterben auf ihrem Boden und wir folgen ihr in den Zyklen – angehaftet durch die Schwerkraft – auf ihrem Weg durch das Weltall. Sind wir verbunden mit ihrem Herzen, kann uns nichts passieren. Sie schaut auf ihre Kinder, die sich mit ihr verbinden. Oft habe ich ein Bild vor Augen, in dem wir in turbulente Zeiten geraten sind und alles um mich herum zerstört wurde. Ich sitze auf der Erde und bin unverletzt, da ich von Mutter Erde beschützt werde. Sie versorgt mich, Hauptsache, ich bleibe mit ihr in Verbindung. In diesem Buch werde ich Geschichten von Ritualen und Zeremonien erzählen, die unser Leben nachhaltig verändert und viel Heilung und Harmonisierung bewirkt haben.
Die Zeit des Erwachens
Sobald wir verstehen lernen, dass alles eine Illusion ist, werden wir frei sein. Wissen wir, dass wir ewiges Bewusstsein sind, das gerade eine physische Körpererfahrung hat (was wohl das allergrößte Geschenk ist), dann kann jeder erwachen. Um soweit zu kommen, müssen wir einfach anfangen aufzuwachen! Das erscheint zwar ziemlich einfach, ist es aber nicht. Wir sehen nur Wenige, die vollkommen erwacht sind. Aber diejenigen, die diesen Schritt gemacht haben, konnten nie verstehen, wieso nicht alle Menschen diesen „einfachen“ Schritt zu Erleuchtung machen, da es berauschend, befreiend, zutiefst einfach und voller Liebe ist.
Die Meisten unter uns sind eingebunden in etwas, das uns von diesem Schritt fernhält. Dieser Käfig ist sowohl natürlicher als auch unnatürlicher Art. Als natürlich könnte man deuten: wir werden als Geist in einem physischen Körper geboren, und sind dadurch gleich der dreidimensionalen Herausforderung ausgesetzt. Durch die kulturellen und gesellschaftlichen Strukturen, in die wir hineingeboren werden, entstehen die wirklichen Probleme. Als hilflose Säuglinge sind wir für einen längeren Zeitraum nach der Geburt völlig abhängig von der Güte des Menschen, der uns versorgt. Obwohl wir grundsätzlich geistige Wesen sind, beginnt das mitgebrachte Wissen sich zu verschleiern. Es schwindet, wenn wir mit Menschen zusammen sind, die es nicht unterstützen und uns ein anderes Verhalten zeigen.
Ähnlich, wie nach dem Erwachen aus einem Traum, sind wir nicht in der Lage, uns der anderen “Realität” (vor der Dualität anfing) zu erinnern. Wenn Kinder Eltern haben, die sich an nichts erinnern, werden sie höchstwahrscheinlich als Erwachsene ebenso. In späteren Jahren können sie aus diesem versumpften Illusions-Energiefeld aufwachen. Viele haben es vor ihnen gemacht. Junge Kinder sind extrem spirituell, sie können sich häufig in allen Einzelheiten an frühere Leben erinnern. Sie werden rein und geistig offen geboren. Würden wir diese angeborene Spiritualität fördern und unsere wahre Natur bestätigen, dann hätten wir sofort eine ganz andere Welt. Während der Jahre, in denen ich fast ununterbrochen auf Reisen war, habe ich erlebt, wie spirituell, superintelligent vor allem praktisch und schlau die indigenen Völker sind, Voraussetzung war, sie lebten nicht in konventionellen und künstlich aufgesetzten Gesellschaften, sondern innerhalb einfacher kultureller Richtlinien. Für diese indigenen Naturvölker, wie ich sie in Polynesien und Südamerika erlebt habe, gab es kein Erwachen, da sie nie wirklich „eingeschlafen“ waren. Das ist der Grund, weshalb diese reichen, bewussten Kulturen und ihre Schamanen systematisch von den Weltherrschern klein gehalten und erniedrigt wurden. Mit Absicht wurden sie nicht respektiert, ihnen wurde nie zugehört und vor allem bekamen sie kein Recht auf freie Wahlen.
Die Weltherrscher duldeten unter keiner Bedingung eine erwachte Bevölkerung und in manchen Ländern erlebte ich, wie stark die indigenen Volksgruppen auf allen Ebenen bedroht sind. Die Rapa Nui-Bevölkerung der Osterinsel wurde in ihrem kreativen Verhalten gehemmt, mittels neuer unwichtiger Regeln und Gesetze, ohne dass sie sich bewusst waren, was da eigentlich geschah. Es schien fast wie „mind-control“. Sie mussten auf einmal für jede kleine Sache zum Notar oder zur Gemeinde, egal ob es um wichtige oder um unwichtige Sachen ging. Sie brauchten einfach eine Unterschrift vom Assistenten des Notars, dazu irgendwelche Stempel, dann mussten sie diese dem Gericht vorlegen, wiederum gab es Stempel, danach sollten sie wieder woanders hin, wieder einen Stempel holen usw. So standen sie tagelang in Warteschlangen und wurden erniedrigt. Es war beschämend das mit anzusehen.
Dabei haben sie ein sehr klares und einfaches, soziales System und Verhaltensnetz, das allen dient und einfach zu handhaben ist, wenn man es kapiert, was ich als Außenstehende am Anfang nicht tat. War man auf jemanden sauer, dann ging man zu der betreffenden Person und redete mit ihr darüber, oder man kämpfte es körperlich mit ihr aus. Jeder darf wütend sein; das ist nichts Schlechtes. Danach war die Sache erledigt und wurde gleich vergessen und gehörte der Vergangenheit an. Alles funktioniert mittels des gegebenen Wortes und auf gegenseitigem Vertrauen. Das wurde durch diesen unsinnigen Papierkram langsam in Misstrauen und Unsicherheit umgewandelt.
Der Machthaber (in diesem Fall Chile) trennt das Volk, damit es weniger klar und stark ist und sich untereinander nicht mehr traut. Sie zwingen es, zum Anwalt und zum Notar zu gehen. Am Anfang fanden sie das lustig, neue Dinge sind dort eine willkommene Abwechslung. Aber nach einigen Jahren sind sie nicht mehr froh darüber. Diese geistigreichen und sehr kreativen indigenen Völker besitzen dieses Urbewusstsein und stehen in Verbindung mit allem, was lebt, und das ist der Regierung nicht willkommen.
Aus deren Sicht wäre es besser, die Kinder in der ganzen Welt so zu erziehen, dass sie dem herrschenden System konform sind. Auch wäre es wichtig, sie spirituell begrenzt und geistig beschränkt zu halten. Im Jahr 1999 recherchierte ich für das erste meiner Indigokinder-Bücher „Das Indigo Phänomen“ alle damit zusammenhängenden Themen und fand es schier unglaublich, zu erfahren, dass unser Schulsystem sich in den letzten 200 Jahren kaum angepasst hatte. Wir waren in den letzen 60 Jahren in einer so schnellen Evolution, dass es ziemlich idiotisch erscheint, dass das europäische Schulsystem stur weitermacht wie vor 60 Jahren. Zu dieser unterdrückenden Erziehung gehören auch Drogen und Gedankenkontrolle. In manchen Ländern kommt die Erziehung in militaristischen Institutionen hinzu.
Das Weltsystem liegt wie eine Dunstglocke über der Menschheit und wartet darauf, transformiert zu werden. Aber wir leben auch in einer Zeit, die uns ermahnt aufzuwachen und zu erwachen. Es gibt richtige Erwachenswellen, die nicht kontinental begrenzt sind. Die Werkzeuge, um die Menschheit zu kontrollieren, waren bisher vor allem die Religionen und Glaubenssysteme (soziales Umfeld, Erziehung, Milieu, aber auch TV, Medien etc.). Um die Menschen von ihrer eigenen Spiritualität wegzulocken, gingen die Religionen geschickt vor, indem sie Spiritualität nicht vollkommen aberkannten, und den Menschen das Gefühl gaben sie wären „geistig dabei“. Durch die sogenannte Geborgenheit, die sie den Menschen in ihren Kirchen anboten, konnten sie sie von der Realität und der persönlichen Erfahrung wegführen. Dies ist auch ein weiterer Grund, um sich vermehrt mit indigenen Naturvölkern zu treffen und sich kulturell auszutauschen. Wir können uns gegenseitg stärken und voneinander lernen. Ich war immer der Meinung, dass wir genauso viel zu geben haben, wie sie.
Der Beginn des neuen Zyklus wäre ein optimaler Moment um anzufangen, auf gleicher Ebene zu kommunizieren und die Schleier der Illusion zu heben. Beide Gruppen können sich gegenseitig viel schenken. Dann wird eines Tages ein wahrer Erwachens-Tsunami weltweit über uns rollen. Bist Du dabei? Hast Du Dich entschieden?
TEIL II Auf den Spuren von Lemurien – in der Südsee
Kapitel 11
Ich werde an das andere Ende der Welt gerufen
In den Jahren zwischen 1999 und 2006 hatte ich extrem viel Arbeit, da ich nach der Veröffentlichung meiner Indigo Phänomen Bücher, die hunderttausende Leser erreichten, mit Anfragen für Trainings, Seminare und persönlichen Beratungen überschwemmt wurde. Die deutschen Familien und Indigokinder brauchten wirklich dringend Hilfe und ich arbeitete im Workaholic-Stil. Als 2004 eine gute Freundin mit erst 49 Jahren starb und ein Familienmitglied plötzlich lebensgefährlich krank wurde, war meine Seele sehr traurig. Das Leben kann so schnell vorbei sein und darum dachte ich: „Oh Gott, gibt es da noch etwas, was ich unbedingt in diesem Leben machen möchte?“ Natürlich hatte ich mir noch nicht alle Lebensträume erfüllt und die Südsee kam augenblicklich als Bild vor meine innere Leinwand. Dieser große Kontinent, der aus tausenden Vulkan- und Koralleninseln besteht, lag verstreut im Pazifik und wurde Polynesien genannt. Vor allem reizte mich wieder einen Fuß auf das geliebte Mutterland Mu zu setzen. Da mir nichts über einen Lebensauftrag gezeigt wurde, dachte ich mir, dass diese Weltreise rein für mich als Person sein würde. Alte Jugendvisionen von Inselhüpfen, über ausgestreckte blaue Ozeane fliegen, mit Segelyachten um Palmeninseln segeln kamen dazu und ich stimmte mich auf eine lange Reise ein.
Die Weltreise beginnt
Diese Antwort auf meine Frage war so kraftvoll zu mir gekommen, dass ich dachte „bevor ich auch plötzlich sterbe, werde ich mir lieber dieser Traum erfüllen!“ Ich hatte einen vollen Terminkalender und musste erst Freiraum schaffen und plante ab Ende 2005 auf diese Weltreise zu verschwinden. Ich dachte, dass 5 bis 6 Monate genügend waren, aber konnte nicht ahnen, dass diese sogenannte Weltreise über sieben Jahre dauern würde.
Begegnung mit Neuseeland
„Aotea Roa“ nennen die Maori das Land der langen weißen Wolke“. Am Flughafen von Auckland war ich sofort tief berührt, als ich aus dem Flieger stieg und meinen Fuß auf neuseeländischen Boden setzte. Es hat ein sehr spezielles Energiefeld, das einen liebevoll begrüßt und herzlich umgibt. Die Menschen sind entspannt, sehr natürlich, voller Freude und verhalten sich sehr englisch. Eine Mischung aus Maoris und Engländern dachte ich mir am Anfang, aber ja, damals war ich eine Touristin, die sich das mal anschaut. Ich reiste einige Wochen über die Nordinsel, da ich vorher geschaut hatte, wo es wärmer war. Die Nordinsel lag näher am Äquator, da sie auf der Südhälfte der Erdkugel liegt und dort gerade Sommer war. Neuseeland ist ein wunderschönes Land und die Natur überwältigend. Es gibt viel Raum für Bäume und Pflanzen, sie können frei wachsen, wie vor hunderten Jahren. Zwischendurch sah ich ausgetreckte Farmen, die so groß waren, dass man nie die Wohnhäuser sah. Wir fuhren Richtung Norden, besuchten menschenleere Strände, die oft länger als fünf Meilen waren. Ich liebte es und dachte mir „dies ist ein Land mit einem Tiefgang und Charakter und besitzt noch echte Natur, nicht wie die von Menschenhand angelegte, wie in Europa. Hier konnte ich die Felsen oder den Wald anschauen und die Naturwesen sehen, sie lebten und hüteten die Berge, Flüsse und Ozeane. Ich war so glücklich, dass ich noch viele Male zurückkehrte. In dem Kapitel über Ereignisse und Begegnungen in Neuseeland kannst Du mehr darüber lesen.
Begegnung mit Rapa Nui – endlich auf der mystischen Osterinsel
Seit meiner Kindheit wollte ich zur Osterinsel und zu den Marquesas-Inseln reisen, das war ein alter Traum, der mich seit der Kindheit begleitete. Ich konnte mich gar nicht an eine Zeit erinnern, in der ich nicht dorthin wollte. Diese Inseln sind so weit von jedem Land entfernt, sie liegen mitten im blauen Pazifischen Ozean, der als ich mir die Erdkugel genau anschaute, über die Hälfte des Planeten einnehmt. So viel Wasser, so viele Inseln, so viele mystische Legenden von einer längst verflossenen Vergangenheit, so viele Schöpfergeschichten und Überbleibsel von dem uralten Kontinent Mu! Ich war aufgeregt, hinzugehen und zu erleben, was es dort für mich zu erleben gab. Die Osterinsel stand oben auf meiner Wunschliste und ich konnte nicht glauben, dass ich erst jetzt hierhin kam, so spät im Leben. Heute weiß ich, dass wenn ich als junge Frau hingekommen wäre, ich auf jeden Fall dort geblieben wäre und meine Lebensaufgaben nicht hätte erfüllen können. Als ich auf der Insel ankam, war es Sommer, und die Insel war überfüllt mit Chilenen, die dort Sommerferien machten. Die Rapa Nui, so werden die Inselbewohner genannt, waren „busy“ mit der Vorbereitung des jährlichen Festivals, das Tapati Festival. Sie feierten dieses Festival seit circa dreißig Jahren und sorgten somit dafür, dass sie ihre Kultur und Sprache immer wieder neubelebten. Das Tapati Festival dauert vierzehn Tage und die ganze Insel feiert mit, auch die Touristen. Ich begab mich mittenrein und konnte mein Glück nicht fassen. Ich dachte sofort: hier will ich wohnen! Ich will auch so eine große Familie! Ich will auch mit meiner Großmutter auf der Bühne stehen und die traditionellen Lieder der Ahnen singen. Ich war mir ganz klar, ich werde zurückkommen um länger zu bleiben.
Die Wochen, die ich auf der Insel verbrachte, sollten eine meilelange Reihe von Erlebnissen und Begegnungen auslösen. Das Tapati Festival war für die Rapa Nui Bevölkerung von Lebensbedeutung und seitdem sie ihre Kultur wieder feiern durften, war es ihnen gelungen, die uralte Kultur wiederzubeleben, und sich frei von den Dogmen der katholischen Kirche zu machen. Sie hatten buchstäblich ihre Kultur neu erfunden, da sie durch Unterdrückung und den Tod ihrer Schamanen, Weisen und Ältesten verlorengegangen war (über hundert Männer, unter ihnen die hohen geistigen Führer der Clans, wurden als Sklaven nach Peru gebracht um in den Minen zu arbeiten. So verlor die Osterinsel auf einen Schlag ihre geistige Erbschaft. Die jungen Menschen waren nicht genügend vorbereitet, um das Wissen zu hüten).
Jung und Alt arbeiteten zusammen um ihre Kultur neu zu erfinden, ihr Leben einzuhauchen und für die Zukunft zu retten. Wie anderen Völkern auch wurde ihnen von den Kolonialisten verboten, die eigene Sprache, Rapanui genannt, zu sprechen. Ihre Sprache war aufgrund der langen Isolierung von den übrigen polynesischen Inseln, eine eigenständige Sprache. Jetzt spricht ein großer Teil der Insulaner Spanisch, da ein Grossteil der Kinder in Chile zur Schule geht. Bis in den 1980er Jahren war die Rapanui Sprache auf der Osterinsel verboten. 1980 wurde von Chile ein offizielles Gesetz erlassen, wobei es den Rapa Nui unter Strafe verboten wurde, ihre Muttersprache zu sprechen, aber im Jahr 1984 wurde Rapanui dann doch zum Pflichtfach. Mit einem sogenannten Ureinwohnergesetz im Jahr 1993 gab es erstmals ein Recht auf Schutz, Förderung und Entwicklung der Kultur und der Rapanui-Sprache.
Begegnung mit Rarotonga – Cook Island
Nach den ersten fantastischen Wochen auf der Osterinsel, besuchte ich die Cook Islands, die zehn Flugstunden entfernt lagen. Die Hauptinsel heißt Rarotonga. Sie ist verschlafen, polynesisch langsam und wunderschön, wie ein Paradies! Rarotonga ist umgeben von Korallenriffen, wodurch die Insel sich von der Osterinsel unterscheidet, wo der Ozean tief und dunkel wie in Hawaii ist. Rarotonga hat türkisfarbenes Wasser, das durchsichtig schien und ich wähnte mich in einem Traum, da sie einer Trauminsel glich, die ich immer in meinen Visionen gesehen hatte. Auch dort zeigten die Indigenen mir Aufzeichnungen und Steinbrocken aus alter Zeit. Die Cook Insulaner sind mit den Maoris von Neuseeland, Tahiti und den Marquesas verwandt. In früheren Zeiten legten die Polynesier lange Strecken in Riesen-Kanus zwischen den Inselgruppen zurück. Sie bauten ozeangeprüfte Schiffe und waren Spezialist „mit den Sternen und Wasserströmungen zu segeln”. Ihre Kanus reisten tausende von Kilometern in alle Richtungen, wodurch sie wahrhaftige Brüder geblieben, und ihre Völker bunt gemischt sind, obwohl sie für uns auf den ersten Blick alle gleich aussehen. Manche Inseln verständigen sich auch heute noch, obwohl ihre Sprache durch die Isolierung ihrer Insel einzigartig geworden war. Auf Rarotonga gab es viele Überreste der uralten Kultur zu sehen und Forscher verbinden mit ihnen Überbleibsel aus der ersten Religion, als der große Kontinent noch über Wasser war.
Eine der ältesten Legenden erzählt von To’I, dem großen Häuptling, der die Ara Metua (eine alte Straße im Inland der Insel) auf Rarotonga gebaut hatte. In der tausendjährigen Geschichte wurden die Cook Islands immer wieder von wichtigen Häuptlingen bevölkert, die von anderen Inseln, wie z. B. Tahiti oder Samoa kamen. Dadurch gab es, soweit ich weiß acht königliche Stämme, die durch Ariki‘s, die hohen „Chiefs” regiert wurden. Das Land war unter ihnen aufgeteilt und jeder Stamm besaß ein Stück Land zum Wohnen, um Nahrung anzubauen und ihre Tiere zu halten. Abhängig von der geistigen Kraft, dem Mana, stieg die Autorität.
Was bedeutet Mana? Es ist eine komplexe Terminologie, die nicht nur von physischer oder vererbter Macht spricht, sondern auch von Vertrauen, Überwindung, Ansehen, Wissen, Spiritualität und dem allgemeinen Ansehen des Clans. Es gibt viele verschiedene Mana‘s, so wurde die göttliche Autorität der Priester z.B. Mana Atua genannt. Man konnte Mana zwar bekommen, aber es auch wieder verlieren. Alles was man im Leben tat, beeinflusste das Mana und wie die Person innerhalb des Stammes angesehen wurde. Je mehr Mana der Peros, König oder Stamm hatte, desto mehr Macht wurde ihm eingeräumt, obwohl ich auch erlebt habe, wie sie Rollen tauschten. Es kann natürlich gut sein, dass Mana dahintersteckte, und ich zu unwissend war!
Cook Island Priester
Rarotonga hat schöne weiße Strände und lädt zum Entspannen ein oder nix tun, ein bisschen Rumlaufen und Siesta halten. Auf einer meiner Wanderungen begegnete mir ein alter Mann, der mich ansprach. Wir waren in der Nähe eines kleinen grün türkis angestrichenen Holzhäuschens, in dem er lebte. Er sprach Englisch und sagte mir, dass die Insel der Königin von England gehörte, wie einst die meisten Inseln der Südsee. Sie war jetzt eine Art Teil-Provinz von Neuseeland, aber das war auch in Besitz der Krone von England. Wir sprachen über meine Reise, über seine Mangobäume, die ich bewunderte, und er gab mir gleich eine Handvoll. Ich liebe Mangos und könnte sie jeden Tag essen, was hier natürlich ganzjährlich möglich war. Er fragte mich, ob ich mich mit ihm hinsetzen möchte und da er so lieb und höflich war, blieb ich.
Er fing an, mir über die Königlichen Familien der Insel zu erzählen und bald war ich in einer anderen Welt und in einer anderen Zeit. Sie pflegten die Ahnenlinien sehr behutsam, aber die meisten Menschen, die die Insel besuchten, wissen davon nichts. Die Ahnenlinien waren intakt, das volle Wissen der Urzeiten wurde in lebenslangen Einweihungen an diejenigen weitergegeben, die ausgewählt waren. Er, mit seinen über 85 Jahren war fast bis zum allerhöchsten Grad eingeweiht. Da ich mich auf der Osterinsel immer wunderte, welche Bedeutung die Augen der Moai Statuen hatten (sie wurden abgenommen, zerstört oder abgebrochen) und ich von meiner geistigen Führung ziemlich wenig darüber erfahren hatte, fragte ich ihn danach.
Da sagte er mir „das größte Geheimnis der Moais wird noch nicht gelüftet, die Zeit ist noch nicht reif, es wäre zu gefährlich, mehr darüber zu wissen, sogar ich habe diese Einweihung noch nicht vollständig von meinem Meister bekommen”. Die Kraft der Moai‘s reicht bis zum Himmel, sagte er und die Wirkung der Augen ist so stark, dass sie irgendwann von der Dunkelheit zerstört wurden, um die Macht der Völker zu brechen. Er erzählte mir, wie die Cook Island Familien auch heute noch den Richtlinien des uralten Matriarchats folgten, zwar nicht sichtbar nach außen, aber innerhalb des Clans mit deutlichen Regeln. Diese Art von Frauen sah ich überall auf allen Inselgruppen, sie waren total stark und sie regierten deutlich ihre Welt! Ich wünschte mir jeden Tag erneut, ich wäre dort geboren. Ich kam aber in Holland zur Welt, ein Land auf der anderen Seite des Planeten, das eher das Gegenteil war.
Er sagte mir, er wäre einer der letzten großen Priester und erzählte mir von Hiva, dem Land, aus dem alle Polynesier herkamen, auch die Rapa Nui von der Osterinsel. Ich war immer wieder überrascht zu erfahren, dass die Polynesier und ihre Vorahnen keine Grenzen kannten. Sie reisten überall hin, folgten den Walen, den Schildkröten, den Delfinen, der Sonne und dem Wind. Sie kannten sich untereinander und vermischten sich. Erst später ging ihr Wissen größtenteils verloren und viele Männer kamen um, als sie versuchten ihre Insel in der Kolonialzeit zu verlassen. Sie hofften woanders Freiheit zu finden, aber ließen nie mehr von sich hören. Dieser liebe Mann war einer der ersten Eingeweihten, der mich zu sich rief, um mich in das Wissen der Südsee Indigenen einzuweihen. Es sollten noch viele folgen.
Im Inselinnern gab es die Ara Metua, eine uralte Straße, die auch in den Rongo Rongo Tafeln der Rapa Nui beschrieben steht und es war cool endlich mal Überreste zu sehen, die von Wesen gebaut worden waren, die auf dem großen Kontinent Mu gelebt hatten, bevor das Wasser stieg und sie fliehen mussten. Der Schriftsteller James Chutchward hatte viele Jahre auf der Insel im Südpazifik geforscht, gelebt und gearbeitet. Die Menschen dort wuchsen mit diesen Legenden auf, vor allem liebten sie aber die Geschichten, wie sie hierher und woher sie kamen. Nur wo ihr „Heimat-Kontinent“ genau lag, wussten sie nicht mehr!
Diese ersten Monate im Südpazifik, standen also mehr im Zeichen meiner persönlichen Einweihungen. Ich wurde in dieser Zeit intensiv gefordert, mein Bewusstsein zu dehnen und bekam Übungen und Meditationen gezeigt, die mich dabei unterstützen sollten. Menschen begegneten mir auf meinen Weg, um mir etwas zu zeigen, oft so fantastisch, dass es fast irreal war. Es war als ob ich in rasendem Tempo ENT-Deckte, was mir durch das westliche Leben VER-Borgen geblieben war. In Polynesien wird im Jetzt gelebt, etwas, was ich in meinen Trainings versuchte zu lehren. Es war witzig, weil es dort nichts anderes gab. Sie hatten kein Konzept um in der Vergangenheit oder Zukunft zu sein. Das forderte mich sehr heraus, obwohl ich das seit Jahren übte und lehrte! Sie leben aus dem Herzen, folgen ihren Emotionen, ihren Gefühlen und alles entsteht aus der weiblichen, fühlenden Seite ihres Wesens. Sind sie sauer, dann sind sie laut, gewaltig und sprühen Funken.
Gleich danach ist alles wieder wie vorher, als ob gar nix war. Wauw! Davon konnte ich richtig etwas lernen. Ich war nie gut im Streiten und fand es schwierig mein Gegenüber anzuschreien. Ich bin eine echte Waagefrau, die immer Frieden und Balance will um die Menschen glücklich und zufrieden zu sehen. Aber in der Südsee wurde ich davon erfolgreich geheilt und lernte richtig streiten, und es auch sofort wieder loszulassen! Das war ein irres Gefühl! In dieser Periode, die ich immer noch „meine Weltreise” nannte, ahnte ich nur wenig von meiner spirituellen Aufgabe in Süd-Polynesien und Südamerika. Das wurde mir erst später offenbart, als ich auf der Osterinsel im Rapa-Nui-Clan lebte und angefangen hatte mit den Inselfrauen zu arbeiten.
Rapa Nui – Die Tapati Festival-Vorbereitungen
Wenn ich von irgendeinem Ereignis viel lernen konnte, dann war es von dem Tapati Festival, welches jährlich im Februar von den Osterinseleinwohnern gefeiert wurde. Sie waren gleichzeitig die Teilnehmer als auch die Zielgruppe. Sie wollten vor allem ihre Kinder und Jugendlichen in ihre Kultur einweihen. Damit die Familien sich untereinander mischten, wurden jedes Jahr aus verschiedenen Clans zwei junge Mädchen, zwischen sechzehn und zwanzig ausgewählt, um sich als Kandidatin vorzustellen. Sie mussten aus verschiedenen Familienclans stammen, und sich bemühen das Festival zu gewinnen um Königin von Rapa Nui für ein Jahr zu werden. Der Wettkampf (der in ihrer Welt keiner war) funktionierte vollkommen anders als unsere Misswahlen, die durch Schönheit und Geschicklichkeit zu gewinnen waren. Diese beiden Kandidatinnen mussten selber recht wenig tun. Sie mussten zwar tanzen, etwas singen und so manches präsentieren, aber ihre wichtigste Aufgabe war es, so viele Personen der dreizehn Familienclans wie möglich für sich zu gewinnen, wie z.B. Cousinen, Neffen, Nichten, Tanten, Onkel, Großeltern, Brüder und Schwestern.
Diese nahmen für die Kandidatin an den verschiedenen Festivalaktivitäten und Sportwettkämpfen teil und sollten natürlich gewinnen. Die zwei Kandidatinnen wurden gleich nach dem Ende des Festivals schon für das nächste Jahr ausgewählt. So hatten sie zehn Monate Zeit, um die guten Sportler, Näherinnen, Bildhauer, Künstler, Schwimmer, Angler, Hochseefischer, Designer, Tänzer und Sänger für sich zu gewinnen. Wir denken automatisch, dass das nicht so schwierig ist, da sie eh in Familienclans leben und die Familie die Mädchen unterstützen wird. Aber auf einer Insel, die 15 bis 29 Kilometer misst und nur ein Dorf besitzt, noch dazu Äonen lang von der Welt isoliert war, sind die Familienclans natürlich unter sich stark gemischt. Es gibt viel Streit untereinander, viele reden nicht mehr mit Familienmitgliedern und es gibt häufig Kämpfe.
Psychologisch ist dieses Festival so beeindruckend, da es durch die gemeinsame Arbeit für eine Kandidatin ein Zusammenraufen gibt, wodurch die Menschen sich danach wieder jahrelang vertragen. Eifersucht und Groll werden ausgelebt, ein Streit wird ausdiskutiert oder wenn nötig ausgerauft. Danach kann die wirkliche Arbeit beginnen, die monatelang dauert. Ich wollte gerne von A bis Z im Festival mitmachen, und als ich anfing das Konzept zu verstehen, nahm ich mir zwei Tage Zeit um die Kandidatinnen und ihr Gefolge anzuschauen. Erst danach wählte ich, eine sog. Untertanin von einer jungen Kandidatin zu werden, die recht scheu war und Unterstützung brauchte. Um herauszufinden, wie ich helfen konnte, musste ich mich richtig durchfragen, da sie mich erst mal testeten. In späteren Jahren erlebte ich, wie viele Ausländer unbedingt helfen wollten, aber nach wenigen Stunden wieder verschwanden. Die Rapa Nui Frauen fanden das nicht sehr respektvoll und sicherlich nicht gut. Ich wollte gerne dabei sein und hatte Zeit, da ich jetzt auf der Insel lebte.
Nach einiger Zeit wurde ich zu den Frauen geschickt, die in einem alten Rapa Nui Haus saßen. Sie hatten vor die Veranda Zeltnetze gehängt und neben ihnen lagen hohe Berge mit weißen Federchen. Oh, dachte ich mir, Spirit will mich richtig testen! Ich war seit über 35 Jahren Vegetarierin und war nicht gern in der Nähe von stofflichen Überresten von Tieren. Da ich fließend Spanisch sprach, dachte ich, dass die Frauen mir irgendwie alles erklären und mich einteilen würden. Leider konnten meine Spanisch Sprachkenntnisse mir nicht helfen, da sie einfach nicht mit mir redeten. Ich fragte öfters mal nach, ob ich helfen durfte, bis schließlich eine ältere Frau antwortete, „ja, ja, setz dich hin”.
Da saß ich dann zwei tagelang und wartete. Sie richteten nie direkt das Wort an mich, aber erwähnten mich oft in ihren Gesprächen mit den Frauen und Mädchen, die hereinkamen und nicht wussten, wer ich war. Sie ahnten nicht, dass ich alles verstehen konnte. Als ich fragte, ob ich etwas tun konnte, sagten sie „Patiencia“….nur Geduld! Ha! Das war nett! Also kam ich jeden Tag zurück und wartete! Weiße Federchen flogen mir um die Ohren, sie klebten in meinem Haar, an meinen Kleidern und nachts fand ich sie im Bett. Sie waren überall und das sollte noch vier Wochen bleiben. Dann kam eine ältere Frau herein und ich konnte spüren wie kraftvoll sie war und, dass die anderen Frauen sie respektierten. Alle Frauen auf der Insel sind laut, sie haben ein superstarkes Selbstwertgefühl und zeigen sich einfach so, wie sie sind. Sie haben keine Angst vor dem, was jemand von ihnen denkt. Ich finde das toll, aber am Anfang war es sehr gewöhnungsbedürftig. Diese ältere Frau sagte: „Was macht sie denn hier? Wie ich sehe, tut sie gar nix, wieso”. Endlich kam Bewegung in die Sache und ich wurde neben einen Berg von Federchen am Boden gesetzt, und dort saß ich dann die nächsten vier Wochen. Vormittags beantwortete ich meine Emails wenn wir eine Online-Verbindung hatten oder arbeitete an dem neuen Indigokinder-Buch „Geborgenheit für die Herzen der Kinder“, aber von 14.00 bis 22.00 Uhr ging ich zu den Frauen, die meine Kandidatin unterstützten, um mit ihnen zu arbeiten.
Erst spät am Abend fuhr ich auf meinem gelben Scooter, den ich mir am Anfang gleich gekauft hatte, nach Hause. So lernte ich aus Hühnerfedern Tanzröckchen zu machen, aus Palmblättern BH‘s zu nähen (die Blätter wachsen am Stamm) und diese Röckchen und BH‘s mit Muscheln und anderen Pflanzenteilen zu schmücken. Alle Kostüme mussten mit Naturmaterialien angefertigt werden und jedes Jahr neu sein. Ich liebte es mit diesen matriarchalischen Frauen am Boden zu sitzen und stundenlang ihren Geschichten zuzuhören. Sie waren klar und selbstbewusst und hatten unendlich Kraft. Sie tratschten und ratschten den ganzen Tag, und als sie müde waren, ließen sie sich einfach auf den Federnberg hinfallen und schliefen eine Weile. Danach arbeiteten sie einfach weiter. Sie gingen selten nach Hause, es gab oft Streit und es fanden sogar recht schwere Kämpfe zwischen den Frauen statt. Alles was in dem vergangenen Jahr nicht in Balance war, wurde ausdiskutiert, ausgekämpft und dadurch geheilt. Nach den vier Wochen verstand ich auf tiefster Ebene, wie dieses polynesische Festival Frieden und Einheit unter die Stammesklans brachte. Nach dem Festival hatte sich jeder versöhnt und es konnte erneut losgehen. Hauptsache war, im nächsten Jahr gab es wieder ein Tapati Festival!!!
Durch diese intensive Erfahrung kamen in mir tief verborgene Gefühle von weiblicher Zusammengehörigkeit, von matriarchalischem Leben, Erinnerungen von Einheit, Unterstützung und der weiblichen Tätigkeit der Gemeinschaft hoch. Das Erlebte gab mir ein Gefühl von Geborgenheit, von Zeitlosigkeit und tiefer Erfüllung. Tag ein, Tag aus saß ich dort am Boden und arbeitete sieben bis zehn Stunden mit den Frauen; wir lachten, weinten und tranken und ich aß mit ihnen. Wir stellten über 500 Tanzröckchen her, und das in einfachster Handarbeit.
Es wurden nur ein dünner Nähfaden, eine Schere und weiße Federchen benutzt. Da ich ein sehr praktischer Mensch bin, konnte ich nach kurzer Zeit so schnell die Federchen zu Rollen knüpfen, dass die Frauen Spaß hatten und richtig jubelten, da ich schneller war, als einige der erfahrensten Frauen. Ich war vergnügt, alles ist ja schließlich auch ein Spiel! Um ein Federröckchen zu machen, brauchten wir 30 Stunden. Die Rollen wurden an einem Bund, gemacht aus plattgestampfter Baumrinde, befestigt und die Mädchen und Frauen trugen den Hularock auf Hüfthöhe. Diese Federrollen bewegen sich wild, aber sehr elegant wenn sie Hula tanzen. Diese Kostüme waren richtig schön und sexy und passten gut zu den freien Hulabewegungen, die sie auf der Insel kannten.
Dadurch, dass ich jeden Tag mit den Frauen in einem kleinen Raum saß, kannte ich natürlich nach einer Woche auch die Männer, sie kamen oft zum austauschen rein, aber hatten ihre Arbeit anderswo. Arbeit für Männer eben! Sie bearbeiteten Holz oder machten Schiffe und Surfbretter aus dem Totoragras, das in einem der Vulkane wuchs. Sie mussten das Gras erst pflücken gehen, was bedeutete, dass sie zur anderen Seite der Insel fahren mussten. Dann wurde es gesäubert und lange bearbeitet, bevor sie Schiffe daraus flechten konnten. Sie schliffen auch Holz und machten Steinstatuen und Paradefiguren für den Umzug, sie übten sich im Marathonlauf mit einer 25 Kilogramm schweren Bananenstaude auf der Schulter. Eben echte Männerarbeit.
Ich war, wie es sich auf der Insel gehörte, bei den Frauen eingeteilt. Obwohl ich das normalerweise nicht so schätze, war es hier vollkommen natürlich und erinnerte mich an frühere Leben, als wir Frauen immer alles zusammen taten. Wir sorgten mit diesem Team für alle Kleidungstücke der jungen Kandidatin und ihre drei Tanzgruppen. Sie waren immerhin zwischen 450 und 500 Tänzern jedes Jahr, aufgeteilt in Kinder-, Jugend- und Erwachsenengruppen. Eins war mir klar, ich war dabei, tief in ihre Lebenskultur einzutauchen und es würden viele Monde folgen, in denen ich mir nicht vorstellen konnte, woanders leben zu müssen.
Ich war damit beschäftigt im Jetzt zu leben und einfach zu sein, und konnte mein freies Sozialleben so richtig genießen, aber die Visionen und Träume fingen bald nach dem Tapati Festival erneut an. Ich fing an zu verstehen, was ich tun musste und auf was ich mich bis jetzt vorbereiten musste. Die Verbindung vom südamerikanischen Kontinent mit der Osterinsel, die entstehn musste, um die Schlange des Lichts zu unterstützen wurde in einigen Abbildungen gezeigt. Ich konnte erstmals wahrnehmen wie lebenswichtig die Rolle von Polynesien war und musste innerlich lachen, da ich mir ein entspanntes, gemütliches Leben hier vorgestellt hatte.
Nach dem Tapati Festival sah ich in meiner Vision Drunvalo mit einer Gruppe auf der Osterinsel und wie wir nach Moorea flogen, um die große Prophezeiung zu erfüllen. Moorea ist das wahre Herzzentrum von Polynesien und liegt in der Nähe von Tahiti. Beide Inseln waren Teil des uralten Kontinents Mu und warteten auf uns, um gemeinsam den Auftrag zu erfüllen. Auf mich warteten turbulente Monate und Jahre, in denen ich erneut einen Lebensauftrag erfüllen durfte!


